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Bögen

Bögen stellten einen großen Schritt im Bestreben dar, gefahrlos Schaden zuzufügen, da der Angreifer sich in beträchtlicher Entfernung von seinem Ziel befindet. Er ist nicht in Reichweite der Klauen eines wilden Tieres oder der Waffen des Feindes.
Außerdem besteht bei Bögen und anderen Schußwaffen ein gern vernachlässigter Unterschied zu geworfenen Waffen: Die eigentliche Waffe, die aufwändig und kostspielig gefertigt wurde, verbleibt in der Hand des Schützen, und muss nicht nach dem Kampf zurückgeholt werden. Ganz im Gegenteil, ein Bogen lässt sich immer wieder verwenden, solange der Kampf andauert.
Ein Bogen besteht aus einem langen schlanken Stab aus Holz, Horn oder Metall, der seine Spannung durch eine Sehne, die aus einem komplizierten Gewebe aus Flachs, Seide, Tiersehnen und Pflanzenfasern besteht, erhält. Eine solche Bogensehne erweist sich als recht teure Anschaffung, die nicht so ohne weiteres selbst herzustellen ist. Ein Bogen, der über längere Zeit nicht benutzt wird, wird normalerweise entspannt, seine Sehne wird an einem Ende ausgehakt, damit der Stab sich wieder strecken kann, sonst verliert er seine Zugkraft.
Wie der Bogen, so muss auch die Sehne stets gut gewartet werden, soll sie lange haltbar bleiben. Besonders zu vermeiden ist große Feuchtigkeit, die sich als besonders tödlich für Bogensehnen erweisen kann.
Reißt eine Sehne oder bricht ein Bogen während des Spannens, entlädt sich die gesamte angesammelte Energie und entlädt sich in Gesicht oder Händen des Bogenschützen. Schmerzhafte Wunden wie von Peitschenhieben sind die Folge.
Zum Bespannen eines Lang- oder Kompositbogens ist schon einiges an Kraft erforderlich, da der Stecken, auf der Erde stehend, so stark gebogen werden muss, dass die Schlaufe der Sehne über seine Spitze gezogen werden kann.
Da die gespannte Sehne beim Lösen jedes mal an den Fingern entlangstreift, beginnen die Fingerkuppen recht bald zu schmerzen. Deshalb tragen Bogenschützen einen speziellen Handschuh mit drei Fingern, der Zeige-, Mittel- und Ringfinger der Zughand schützt. Eine gelöste Sehne neigt dazu, schmerzhaft gegen die Innenseite des Unterarms des Bogenarm zu peitschen, wenn der Bogen nicht richtig gehalten wird. Es ergeben sich schmerzhafte wunde Stellen mit Blutergüssen. Deshalb tragen viele Schützen einen Armschutz, ein Stück festen Materials das die gefährdeten Stellen bedeckt. In der Regel wird ein Armschutz aus Leder oder festem Material gefertigt und an der Innenseite des Unterarms befestigt. Bei professionellen Bogenschützen ist der Armschutz noch durch ein Stück Horn, Knochen oder dickes Leder verstärkt.

Der gewöhnliche Pfeilköcher hat Platz für 24 Pfeile und wird unmittelbar am Körper getragen, meist am Gürtel, nur selten auf dem Rücken. Um im Kampf schnell nachladen zu können, stecken Schützen die Pfeile oft vor sich in den Boden.
Ein geübter Schütze kann, wenn ihm die Pfeile angereicht werden oder sie vor ihm in der Erde stecken, alle fünf Sekunden einen Schuss abgeben, allerdings lässt ihm die schnelle Schussfolge weniger Zeit zum Zielen. Muss er sich aus einem Köcher bedienen oder will er genauer zielen, so beansprucht jeder Schuss etwa zehn Sekunden.
(me)


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