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Armbrüste

Eine Armbrust ist im Prinzip ein Bogen, der quer auf einem hölzernen Schaft befestigt ist. Dieser Schaft dient als Griff und als Halterung für den Bolzen. Der quer zum Schaft angebrachte Bogen besteht zumeist aus Eschen- oder Eibenholz, oft in mehreren Lagen, oder aus pergamentüberzogenem Rohr und Walknochen, oder aus Stahl.
Die Armbrust verschießt Bolzen, die in eine Führungsrinne auf dem Schaft eingelegt wurden. Beim Laden einer Armbrust wird die dicke Sehne aus verdrilltem Hanf so weit zurückgezogen, bis sie in einem Haken am Griff einrastet. Dieser drehbare Haken, der in den Schaft eingelassen ist, hält die Sehne fest.
Gezielt wird durch das Anlegen der Armbrust an die Wange, dann wird das Ziel am Schaft entlang anvisiert. Wenn der Abzugbügel, der in den drehbaren Haken greift, betätigt wird, dreht sich der Haken, die Sehne löst sich und reißt den Bolzen mit sich.
Der Trick bei der Armbrust besteht darin, den relativ kleinen Weg, den die Sehne gespannt werden kann (was die Armbrust klein und kompakt im Vergleich zum Bogen macht), durch eine um so größere Zugkraft zu kompensieren, und mit Hilfe raffinierter mechanischer Vorrichtungen wie durch Flaschenzüge, oder Hebelkraft noch zu steigern, so dass die Wucht einer schweren Armbrust größer ist als die eines normalen Bogens.Um die Sehne einer Armbrust bis zum Einrasten zu spannen benötigt es stets mechanischer Hilfsmittel. Eine Armbrust mit bloßer Hand zu spannen erweist sich als absolut unmöglich. Je mehr die Armbrust mit mechanischen Teilen ausgestattet ist, desto teurer ist sie, und um so schwerer kann sie beschafft werden. Teure Armbrüste verfügen oft über eine Sicherung, die einen unabsichtlichen Schuss bei gespannter Armbrust verhindert. Dadurch kann eine Armbrust längere Zeit schussbereit gehalten werden, aber nicht über Tage, da Bogen und Sehne sonst darunter leiden und die Waffe langsam ihre Wucht verliert.
Die Geschwindigkeit und damit die Wucht des Armbrustbolzens nimmt, da dieser eher gedrungen, kleiner und schwerer als ein Pfeil ist, stärker als beim diesem ab. Effizient bleibt er in einer Entfernung von 140 bis 160 Schritt. Ein Bolzen besitzt nur dann eine gute Durchschlagskraft gegen Rüstungen, wenn er möglichst senkrecht auf sein Ziel auftrifft, sonst gleitet er leicht ab. Die Wirkung der Armbrust beruht nicht mehr allein auf Stärke und Gewandtheit des Kriegers wie bei Schwert und Bogen. Raffinierte Technik ersetzt hier etwaige körperliche Nachteile des Schützen. Außerdem hat sie den Vorteil, dass sie längere Zeit gespannt bleiben kann und man das Geschoss nicht festhalten muss. Zudem kann man sie auch unter Wasser verwenden, obgleich die Waffe dort nur eine sehr kurze effektive Reichweite besitzt.
Weil das Armbrustschießen keine besonderen körperlichen Fähigkeiten erfordert, von jedermann relativ schnell erlernt werden kann, und man sich nur auf das Zielen und die Schussbahn konzentrieren muss, ist sie mancherorts in der Obrigkeit als heimtückische Waffe verschrien, denn mit ihr kann ein gemeiner Mann plötzlich einem Ritter gefährlich werden.
Obwohl die Armbrust auf kurze Distanz eine bessere Schussgenauigkeit und eine größere Durchschlagskraft als ein Langbogen besitzt, hat sie diese Waffe nicht verdrängen können. Die schweren Bolzen haben eine viel geringere effektive Reichweite, und die Schussfolge des Bogens ist etwa um ein fünffaches schneller. Ein Armbrustschütze wird daher gegen einen Langbogenschützen wohl meist den Kürzeren ziehen.
(me)


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