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Betgüczs A
Cruclac des Crutzsok Nemalet
*552 n.L.

Cruclac Betgüczs A regiert nun schon seit sechzig Jahren das größte und bevölkerungsreichste Crutzsok Latallands. Er soll mit dem alternden Krasi in der Jugend seine Auseinandersetzungen gehabt haben, dennoch war das Verhältnis zwischen ihm und dem Herrscher stets von einem stillschweigenden Respekt geprägt. Seit nun die Senilität des Krasis weiter zunimmt, er allerdings seinen Thron bis zum Tode zu halten gedenkt, sind die alten Aversionen wieder aufgebrochen.
Betgüczs A macht gar keinen Hehl daraus, dass er sich selbst für den besten Nachfolger im Reich für den Krasi hält und zieht alle Register, um seine Chancen darauf zu verbessern. Ihm wird nachgesagt, sich mehr als ein Mal der Mächte der Gildenmagier bedient zu haben, um Personen aus dem Weg zu schaffen oder Adlige zum Schweigen zu bringen. Legendär ist zum Beispiel die Erzählung um den Auftrag, einen seiner Konkurrenten in ein Tepplar zu verwandeln. Angeblich soll er das geschlachtete Tier dann bei sich am Hofe zu einem Gelage gereicht haben.
So lebt dann sein Volk auch zunehmend in Angst vor dem nach Macht gierenden Cruclac. Seine Verwandlung vollzieht sich zu langsam, um von ihm selbst wahrgenommen zu werden. Seine Untertanen bemerken die Veränderungen an ihm schon – schon wird berichtet, er stehe unter einem Fluch der Magiergilde, die ihn in ihren dunklen Bann zieht. Aus dem jungen, staatsmännischen und sachlichen Lathan wird zunehmend ein von Verfolgungswahn geschüttelter Wirrkopf.
Von wachsender Paranoia zeugt der Ausbau seines Palastes in Byal. Dort ließ er sich einen Turm bauen, der in seinem obersten Stockwerk seine Kammer beinhaltet. Der Weg dorthin ist mit Fallen und Wachen gespickt. Und dennoch sollen ab und zu dunkle Gestalten an den Wachen vorbeischlüpfen und sich mit ihm zu Unterredungen treffen.
In erster Linie bekommt das Volk den Machtwahn des Cruclac zu spüren. In der Angst, sein Ruf nach außen könnte leiden, ließ er vierhundert protestierende Bauern niedermetzeln. Diese Lathan waren lediglich gekommen, um ihrem Anliegen in Byal Gehör zu verschaffen, das Militär solle nicht mehr willkürlich auf ihren Feldern lagern – schließlich gebe es ja genügend Freiflächen. Der Cruclac bewies Härte und sandte die Stadtgarde aus, das Aufbegehren zu erschlagen.
(nn)
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