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Die Wälder von Telman - Hoch oben in den Wipfeln |
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Wälder von Telman |
Fläche: | 387.345 km² |
Einwohner: | 630 000 (99% Telmaner,
1% Menschen) |
Hauptstadt: | Telman |
Staatsform: | |
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Wie ein Keil bohren sich die Wälder Telmans in das Reich Palanth. Für die Palanther ein finsterer, verfluchter Ort – und für das quirlige Baumvolk der Telmaner die geliebte Heimat. Bis zu 100 Schritt ragen die massiven Rotholzbäume in den Himmel, und ihre Blätter und Zweige wachsen so dicht, dass kaum ein Streifen Licht bis zum Boden vordringt. Das Leben spielt sich in den Baumwipfeln ab, wo die Telmaner ihre Städte und Dörfer auf Ästen errichtet haben, die so breit sind wie andererorts Straßen. Seilbahnen, Brücken und Strickleitern verbinden die kugelförmigen Nester und öffentlichen Gebäude, und überall huschen die Telmaner umher, mit ihrem jeweiligen Tagwerk beschäftigt. Doch wehe jedem Fremden, der die „Kinder der Bäume“ wegen ihrer geringen Körpergröße, ihrer großen Augen und ihres wolligen Pelzes als niedlich unterschätzt: Das streitbare, stolze Volk weiß sein Revier entschlossen gegen Eindringlinge und Spötter zu verteidigen und legt Wert darauf, als Schrecken der Palanther zu gelten.
Die Telmaner ernähren sich von allem, was auf den Bäumen wächst, und pfropfen auch eigene Nutzpflanzen in die raue Rinde. Nomadische Stämme ziehen jagend durch die Wipfel. Doch das Leben in den Baumriesen ist gefährlich: Raubkletterer lauern stets auf die Gelegenheit, ein unvorsichtiges Mitglied der Gemeinschaft zu schnappen und zu verschlingen.
Die Telmaner pflegen ein inniges Verhältnis zu den sie umgebenden Bäumen. Jeder von ihnen ist im Zeichen einer bestimmten Baumart geboren, und man sagt, dass damit bestimmte körperliche und charakterliche Eigenschaften einhergehen. Dieser Glaube wird sehr ernst genommen, sodass sich die meisten Telmaner sehr bemühen, ihrem Baumzeichen zu genügen. Auch die Mitglieder ihrer Gruppen wählen die Telmaner gern so, dass sich die Eigenschaften, die den Zeichen zugeschrieben werden, gegenseitig ergänzen.
Telmaner leben auf einzelnen Ästen ihrer Bäume in großen Gruppen zusammen. Eine Gruppe kennt zwar in der Regel einbestimmtes Familienoberhaupt, bildet aber einen recht lockeren Zusammenschluss. Auch wenn meist eine bestimmte Familie den Kern jeder Gruppe ausmacht, können sich alle anschließen, die sich mit den Mitgliedern gut verstehen und mit ihnen zusammenleben möchten. Auch ist niemand gezwungen, länger in einer Gruppe zu leben, als er/sie will, sondern kann jederzeit einen eigenen Ast besiedeln. Eifersucht ist den Telmanern fremd, und obwohl es enge persönliche Bindungen zwischen ihnen gibt, lassen sich die Kinder oft nicht eindeutig einem bestimmten Vater zuordnen.
Früher wurden die Telmaner von einer Adelskaste beherrscht, die alle anderen erbarmungslos zur Arbeit zwang. Doch bei einer Revolution verloren die meisten der früheren Schinder getötet; die Nachfahren der wenigen Überlebenden haben es sich zwangsläufig in ihrem einfachen Leben eingerichtet. Über dieses einschneidende Ereignis existieren jedoch nur wenige stichhaltige Fakten: Wie alles, was diesem Volk wiederfährt, wurde es nie schriftlich aufgezeichnet, sondern nur als mündliche Legende überliefert und dabei gewiss ins Sagenhafte übersteigert. Das Einzige, was in den Wäldern von Telman schriftlich festliegt, sind Gesetzestexte. Einmal jährlich tagt die Ratsversammlung, die sich aus den Vertretern sämtlicher Städte zusammensetzt, und beschließt neue Gesetze. Diese Gesetze werden in die Rinde eines zentralen Baumes geritzt, sodass alle Bewohner des Ortes Zugang dazu haben. (me, kl)
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