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Shalsar II. Al Gelvra
kathalischer Mintarar
*596 n.L.

Seit 628 sitzt Shalsar II. auf dem Rosenthron in Maarlen und regiert ganz im Sinne und in der Tradition seines Großvaters, des Großen Salassán, und seines Vaters, des ersten Shalsar: Der Adel wird durch pompöses Hofleben und Günstlingswirtschaft an der kurzen Leine gehalten und von der Einmischung in die "richtige Politik" abgelenkt, der Mintarar ist starkes und unbestrittenes Staatsoberhaupt, die Verwaltung liegt in den Händen fähiger Beamter. Im Gegensatz zu seinen Vorvätern versucht der jetzige Mintarar sogar noch, den Einfluss der Kirche auf die Staatsgeschäfte einzuschränken und zu beschneiden. Dies erweist sich aber als schwieriger als die Zähmung des Adels durch erzwungenen Pomp und Prunk und aufgenötigte Dekadenz. Außerdem versucht die nebrinner Regierung über Kirchenkanäle, ihre Finger mit in der kathalischen Politik im Spiel zu haben. Der Mintarar weiß darum, und genau deswegen will er ja den kirchlichen Einfluss in Kathal schmälern.

Shalsar hat sich nie von Pomp und Dekadenz des maarlener Hoflebens gefangen nehmen lassen, wie seine Vorväter, die dieses System etablierten. Öffentlich scheint er das Hofleben zu genießen und sich dessen Genüssen gern hinzugeben, insgeheim aber verachtet er all diese geschniegelten Hofschranzen und Speichellecker, doch weiß er genau, dass er mit dieser Maßnahme den Adel unter Kontrolle und aus der Hohen Politik heraus halten kann. Seine Einstellung diesem Volk gegenüber bringt er durch feinsinnigen Spott und hintersinnige Ironie zum Ausdruck, die fast schon legendär sind. Sich seine Anerkennung und seinen Respekt zu sichern, ist auf dem Wege der Katzbuckelei und Heuchlerei aussichtslos, jedoch scheint dies die Mehrzahl der kriecherischen dekadenten Adeligen am Hofe nicht in ihre lockengekrönten und parfümierten Schädel zu kriegen. Einen besonders dreisten Provinzadeligen, der sich durch Bestechung und Schmeichelei bei Hofe einen höheren Adelsrang erkaufen wollte, ernannte er kurzerhand zum "Herzog des Mondes Lanhat".
Dabei ist es doch relativ einfach, sich seine Anerkennung und seinen Respekt zu verdienen: Der Mintarar umgibt sich gern mit Denkern klaren und scharfen Verstandes, Philosophen und Künstlern tiefgründigen Charakters, gewitzten Strategen und aufmerksamen Beobachtern.
Leider scheint er unter den adeligen Heiratskandidatinnen damals keine ihm ebenbürtige Frau gefunden zu haben, obwohl er sich wahrlich lang genug Zeit bei der Suche nach einer Gemahlin gelassen hat. Die Mintararë Hilma ist nichts weiter als ein hübsch anzusehendes Püppchen, eine Zuchthenne, die nach der Geburt der Kronprinzessin Ebellena ihren Zweck erfüllt zu haben scheint und nun ein reichlich einsames Leben am Hofe fristet, nur selten trifft sie mit ihrem Gemahl zusammen, dem seine Gattin so fremd ist, wie Wolken und Wind einem Fisch sein müssen. Viel näher steht dem Mintarar - wenn man Gerüchten glauben darf - seine Handelsministerin Tarmaina Marval.
Auch die 626 geborene Kronprinzessin Ebellena gibt Grund zur Zuversicht: Das aufgeweckte fröhliche Kind verbringt viel Zeit mit dem Vater und begreift bereits die Grundlagen und Bedeutung der Herrscheraufgabe. Es sieht so aus, als würden nach 800 Jahren der schwachen und degenerierten katahlischen Herrscher aus dem Hause Glandra die Mintarares aus dem Hause Gelvra auch weiterhin mit scharfem Verstand ausgestattet sein.
(me)
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