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Eraiban - Das Fahrende Volk


Eraiban
Mitglieder:ca. 100 000
Staatsform:Herden mit gewähltem Anführer

Wann ist ein Eraiban ein Eraiban? Wenn er zu einer ziehenden Herde gehört, nomadisch lebt, die Sonne verehrt, Angst vor der Dunkelheit hat, keine Waffe in die Hand nimmt und sich mehr mit dem eraibanischen Lebensstil identifiziert als mit jedem anderen. Es können sich auch andere Leute den Eraiban anschließen, die nicht als solche geboren wurden - wenn der Rat es so erlaubt, und die Herde zustimmt, und wenn sich eine Familie findet, die die Person aufnimmt.

Die Hierarchie in den Herden
Die Eraiban reisen in Herden durch die Länder Espers. Eine Herde hat ein Oberhaupt, den sogenannten "Fuh". Er wird von den mündigen Eraiban der Herde per Abstimmung gewählt, und ist so lange Sprecher, Vertrauensperson und Chef, bis sich mindestens die Hälfte der Herde dafür ausspricht, einen neuen wählen zu wollen. Fuhs bleiben meist ziemlich lange im Amt, manchmal treten sie von sich aus zurück, wenn sie sich zu alt fühlen.
Der Fuh hat einen direkten Vertreter ("Gaemp"), dessen undankbare Aufgabe darin besteht, die Anweisungen des Fuh umzusetzen und sich um jene kleinen Problemchen der Herde zu kümmern, die dem Fuh als zu unbedeutend erscheinen, sich selbst darum zu kümmern. Ob es um die Schlichtung eines Ehestreits geht, um ein zahnendes Kind, oder Verhandlungen mit einem Bauern mit der Bitte, für ein paar Nächte auf seinem Land lagern zu dürfen. Der Fuh selbst trifft praktisch lediglich Entscheidungen, hält Gericht und führt Verhandlungen von größerer Wichtigkeit. Für die gesundheitlichen Belange der Herde gibt es kräuter- und oft magiekundige Weise Männer und Frauen namens "Bare". Zu ihnen kommen Männer mit Potenzproblemen, Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, Jünglinge, die um ein Liebeselixier für ihre Angebetete bitten, Jungfrauen, die wissen wollen, ob sie die Liebe ihres Lebens finden werden oder Witwen, die mit den Geistern der Ahnen kommunizieren möchten.
In der Hierachie der Eraibanherden stehen Fuh, Gaemp und Bare an der Spitze und bilden den Rat, der bei Krisen oder bei Bedarf tagt. Unter dem Rat stehen alle mündigen Männer und Frauen (älter als 15 Jahre) der Herde, denen der Rat seine Beschlüsse und Überlegungen vorträgt und die dann per Abstimmung (allerdings ohne Debatte, denn diese wurde ja bereits vom Rat durchgeführt) Beschlüsse des Rates annimmt, oder auch nicht. Der Rat akzeptiert meist die Entscheidung der Herde. Sie sprechen vom "Rat" und von der "Herde" als zwei verschiedenen "Parteien".

Mode
Die Eraiban haben ein völlig unkompliziertes Verhältnis zu ihrem Körper. Man hat keine Scheu davor zu einem ganzen Dutzend splitternackt im Fluss zu baden, und kleine Kinder wachsen fast völlig ohne Schamgefühl auf. Doch allein, um vor Wind und Wetter geschützt zu sein, ist man bekleidet.
Ein charakteristisches Kleidungsstück ist das mit einer Vielzahl schrill bunter Stofflappen besetztes ärmelloses weites Hemd ohne Knöpfe, das über den Kopf angezogen wird, und bis zu den Kniekehlen reicht. Die Vorliebe der Eraiban für leuchtende Farben ist bekannt, und auch kaum zu übersehen. Auch ihre Wagen bemalen sie bunt, und sämtliche Gebrauchsgegenstände fallen diesem Faible zum Opfer.

Farben haben enormen Symbolwert. Beliebteste Farbe ist zweifellos gelb, die Farbe der Sonne. Ansonsten sind warme Farben wie rot, orange, ocker, beige usw. gern gesehen. Auch andere Farben wie sie in der Natur auftauchen mögen die Eraiban: grün, helles blau.
Jedoch haben sie panische Angst vor dunklen Farben. Grau und schwarz sind für sie absolut hässlich, und ihnen wird geradezu schlecht, wenn sie längere Zeit größere einfarbig dunkle Gebilde sehen müssen.

Die Eraiban leben jede Art von Kopfbedeckungen. Modeschöpferisch gesehen sind sie sehr originell, wenn es darum geht sich einen neuen Hut zurecht zu schneidern, der ein Unikat bleibt. Die Kopfbedeckungen der Eraiban reichen von leinenen Mützen bis hin zu eindrucksvollen Zylindern. Natürlich alles quietschbunt und am besten mit Federn, Kugeln, Bändern und anderem Zierrat bestückt. Trägt man keinen Hut, steckt man sich lose Federn ins dichte lange Haar oder flechtet sich Haarbänder hinein.
Ins lange Haar drehen sich die Eraiban gerne Locken hinein. Kurze Haare deuten entweder daraufhin, dass ein Kind verheiratet wurde (zur Mitgift gehört auch, dass Mutter oder Vater sich die Haare scheren, das ist Ehrensache), dass eine Wette verloren wurde (Eraiban wetten nur um die Ehre, und diese liegt nun mal in den Haaren), oder das die betreffende Person schlicht von Läusen befallen wurde.
Unter den Eraiban wird jemand mit kurzen Haaren zwar nicht ausgestoßen, aber eine junge Frau oder ein junger Mann dürften erhebliche Schwierigkeiten damit haben, einen Partner zu finden. Lange Haare bedeuten nämlich auch Wohlstand, Gesundheit, Reichtum und Geduld. Geduld ist bei den Eraiban eine sehr hoch angesehen Tugend. Lange Haare sagen für sie mehr als alles andere über Geduld aus.

Schmuck tragen die Eraiban, solange er nicht aus unglückbringendem Metall besteht, also zum Beispiel Ketten und Armbänder aus bunt bemalten Nussschalen, Steinen, Holz, Leder, Ton.
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